Stiftung

Die Stiftung ist im Art. 522 § 1 bis 41 PGR geregelt.

Zielsetzungen der Stiftung sind insbesondere:

  • Nachfolgeregelungen,
  • Schutz privaten Vermögens (Asset Protection),
  • wirtschaftliche Absicherung von Familienmitgliedern und anderen nahestehenden Personen, z.B. durch Unterhaltsregelungen,
  • Verwendung als Holding für Unternehmensbeteiligungen,
  • Halten von Immobilien,
  • Kunstsammlungen oder ähnliches,
  • gemeinnützige Zwecke.

Kommerzielle Tätigkeiten, z.B. Handelsgeschäfte, sind einer Stiftung nicht erlaubt.

Die Stiftung entsteht durch Widmung von Vermögen durch den Stifter für einen bestimmten Zweck zu Gunsten bestimmter oder bestimmbarer Begünstigter. Das gewidmete Vermögen scheidet aus dem Privatvermögen des Stifters aus und bildet das Stiftungsvermögen. Zustiftungen zu einem späteren Zeitpunkt sind möglich.

Das statutarische Mindestkapital der Stiftung beträgt CHF 30.000,--.

Abhängig von der Zweckausgestaltung kann man zwischen privatnützigen und gemeinnützigen Stiftungen unterscheiden, Mischformen sind möglich.

Gemeinnützige Stiftungen müssen beim Firmenbuch eingetragen werden und unterstehen der Stiftungsaufsicht. Damit wird sichergestellt, dass der Stiftungszweck auch nach dem Ableben des Stifters eingehalten wird.

Privatnützige Stiftungen werden im Regelfall beim Firmenbuch lediglich hinterlegt. Eine Übermittlung der Stiftungsdokumente an das Firmenbuch ist nicht erforderlich, somit ist eine möglichst umfassende Diskretion für den Stifter und die Begünstigten gewährleistet.

In den Statuten und Beistatuten kann sich der Stifter allfällige Rechte (Widerruf, Abänderungsrecht, usw.) vorbehalten. 

Die Stiftung verfügt weder über einen Eigentümer, Gesellschafter noch Inhaber. 

Nutzniesser der Stiftung sind die Begünstigten, welche im Regelfall in den vom Stifter üblicherweise gesondert errichteten Beistatuten, angeführt werden. Der Stifter kann sich auch selbst als Begünstigten benennen. Ausschüttungen können sowohl an Bedingungen als auch an Auflagen geknüpft werden. Zum Schutz der Rechte der Begünstigten sind umfangreiche Informationsrechte gegenüber dem Stiftungsrat gesetzlich normiert. 

Die Verwaltung der Stiftung obliegt dem aus zumindest zwei Mitgliedern bestehenden Stiftungsrat, welcher die Stiftung einzeln oder kollektiv vertritt. Der Stiftungsrat vollzieht den in den Statuten und Beistatuten festgeschriebenen Stifterwillen. Er hat keine willensbildende, sondern eine ausführende, dienende Funktion.

Im Wege einer diskretionären Ermessenstiftung kann der Stifter dem Stiftungsrat freies Ermessen bei der Vollziehung des Stifterwillens einräumen. Grundlage sind weiterhin der in den Statuten und Beistatuten formulierte Stifterwille, es liegt jedoch im freien Ermessen des Stiftungsrates diese entsprechend umzusetzen, z.B. Bestimmung von Begünstigten, Festlegung von Zuwendungen usw.

Zusätzliche Organe wie ein Beirat, ein Kuratorium oder ein Protektor können vom Stifter eingesetzt werden und beratende als auch kontrollierende Funktionen ausüben.

Wenn der Zweck einer Stiftung unerreichbar geworden ist, insbesondere wenn sie mangels genügendem Vermögen ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen kann (z.B. wenn das gesamte Vermögen an die Begünstigten ausgeschüttet wurde), wird die Stiftung von Gesetzes wegen aufgehoben. Ein jederzeitiger Widerruf des Stifters kann in den Statuten festgeschrieben werden.

Es besteht weder Buchführungs- noch Revisionsstellenpflicht.