Steuern im Fürstentum Liechtenstein

Seit 2011 verfügt das Fürstentum Liechtenstein über ein modernes aber einfaches, international kompatibles und europarechtskonformes Steuergesetz, welches für juristische Personen und Trusts wie folgt zur Anwendung kommt:

Ertragssteuer

Generell beträgt die Ertragssteuer für alle juristischen Personen mit Sitz im Fürstentum Liechtenstein 12,5% vom steuerbaren Reinertrag, die jährliche Mindeststeuer beträgt CHF 1.800,--, wobei folgende Einkünfte nicht zur Steuerbemessungsgrundlage zählen:

  • Dividenden
  • Kapitalgewinne
  • Ausländische Betriebsstättenergebnisse
  • Miet- und Pachterträge ausländischer Grundvermögen
  • Grundstücksgewinne
  • Kapitalzuwachs aus Erbschaft, Vermächtnis oder Schenkung
  • Kapitaleinlagen einschliesslich à fonds perdu Leistungen

Einkünfte aus Immaterialgüterrechten, welche ab 1. Januar 2011 geschaffen oder erworben wurden, unterliegen einer Sonderregelung, gemäss der 80% der Einnahmen in Abzug gebracht werden können.

Derzeit ist ein Eigenkapital-Zinsabzug von 4% zulässig, wodurch die Steuerbemessungsgrundlage reduziert und so der effektive Steuersatz gesenkt wird. Die Steuerverwaltung kann den Zinssatz jährlich auf Basis des allgemeinen Zinsniveaus anpassen.

Das modifizierte Eigenkapital errechnet sich wie folgt:

+ einbezahltes Grundkapital
+ Reserven
- Beteiligungen an juristischen Personen
- ausländisches Grundvermögen
- ausländisches Betriebsstättenvermögen
- nicht betriebsnotwendiges Vermögen
= modifiziertes Eigenkapital

Verluste können unbeschränkt vorgetragen und verrechnet werden. Ausserdem können Verluste aus ausländischen Betriebsstätten berücksichtigt werden, sofern diese nicht bereits im Staat der Betriebsstätte berücksichtigt worden sind.

Durch die Möglichkeit einer grenzüberscheitenden Gruppenbesteuerung sind die Voraussetzungen für einen Verlustausgleich innerhalb eines länderübergreifenden Konzerns gegeben.

Die juristische Person, die den Antrag auf Verlustausgleich stellt, muss einerseits ihren Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Inland haben und andererseits über eine Mehrheitsbeteiligung an weiteren in- oder ausländischen juristischen Personen verfügen. Gleiches gilt auch für eine ausländische Gesellschaft, die nur über eine in Liechtenstein eingetragene Zweigniederlassung verfügt und der die Anteile zuzurechnen sind.

In Liechtenstein unterliegen Ausschüttungen an Aktionäre und Gesellschafter keiner weiteren Besteuerung. Abhängig vom Steuerrecht des Wohnsitzlandes des Aktionärs bzw. Gesellschafters unterliegt eine Ausschüttung der dortigen Besteuerung.

Die Mehrwertsteuer beträgt in Liechtenstein, wie in der Schweiz, im Regelfall für Waren und Dienstleistungen 8%. Der Vorsteuerabzug durch die Gesellschaft ist zulässig.

Liechtenstein bemüht sich laufend neue Doppelbesteuerungsabkommen abzuschliessen. Derzeit hat man bereits unter anderem mit Ländern wie Deutschland, Grossbritannien, Österreich, Luxemburg, Singapur oder Hong Kong gültige Abkommen. Mit einer Vielzahl anderer Länder wurden bereits Abkommen parifiert, mit anderen befindet man sich in Verhandlung.

Privatvermögensstrukturen

In Anlehnung an die luxemburgische Société de Gestion de Patrimoine Familial (SPF) wurde anstelle der früheren pauschalierten Gesellschaftssteuer ein neues Steuerprivileg für juristische Personen geschaffen, die ausschliesslich vermögensverwaltend tätig sind und keine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Es handelt sich dabei um die sogenannten Privatvermögensstrukturen (PVS). Die Beschränkung als PVS muss sich aus den Statuten ergeben und der Steuerverwaltung mittels Antrag angezeigt und von dieser bewilligt werden.

PVS unterliegen lediglich der Mindestertragssteuer von CHF 1.800,-- pro Jahr.

Trusts

Trusts mit Sitz oder tatsächlicher Verwaltung im Fürstentum Liechtenstein unterliegen lediglich der Mindestertragssteuer von CHF 1.800,-- pro Jahr. Eine Veranlagung erfolgt nicht.